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Liebes Tagebuch,

um später, an kalten Winterabenden, hoffentlich vor einem knisternden Kamin und mit einer netten Pfeife in der Hand, meinen Enkeln erzählen zu können, wie das "damals, in den guten, alten Zeiten" war, möchte ich dir die Erlebnisse der Sippe "Bewahrer der Westens" anvertrauen. Die früheren Einträge berichten noch von den "Bewahrern der Ehre", bevor diese sich mit "In Aeternum" zusammengeschlossen haben.

Dein Takk!

 

postheadericon 23.04.11: Währenddessen, in anderen Teilen Mittelerdes...

Während wir unser Erlebnis mit den Sackheim-Beutlins noch verdauten, ging es anderswo hoch her:

Llahry und Paldur führten in Angmar zwei Überfälle auf Carn Dum und Urugarth an und wurden dort von Omnibus, Mugda, Darric, Thorbred und Tvistur unterstützt. Die Angriffe zielten nicht darauf ab, die gesamten Städte zu erobern, sondern nur den Gegner zu beschäftigen und zu schwächen. Wichtige Ziele wie die Schreine in Urugarth und die Kanalisation in Carn Dum wurden zerstört oder stark beschädigt.
Natürlich mag man sich fragen, warum die Kanalisation von Carn Dum ein wichtiges Ziel sein soll... nun, mir wurde erklärt, dass damit erstens die Infrastruktur der Stadt (zumindest was den... Abtransport von ... Unrat betrifft) lahmgelegt wurde, und dass die Orks, die geschickt werden würden, um diese Schäden zu beseitigen, wohl in der nächsten Zeit unter einer gesunkenen Moral leiden dürften. Also sind anscheinend Ork-Latrinen neuerdings in den Augen des Rat des Nordens strategische Ziele... nunja.

Nach ihrem Kämpfen in Angmar eilten Llahry und Paldur nach Khazad-Dum und standen (zusammen mit Morneth, Nonan, Skalt und Bjorngrim) den dortigen Zwergen bei der Rückeroberung eines weiteren Teils der Großen Treppe zur Seite. Dabei startete das Unternehmen unter einem schlechten Vorzeichen: Morneth hatte beschlossen, einen ihrer Freunde auf dieses Unternehmen mitzuführend. Die kleine, schwarze Katze war ihr in ihrer Zeit in Lothlorien ans Herz gewachsen und wollte nun nicht mehr von ihrer Seite weichen. Doch anscheinend machte irgendetwas in diesem Teil Khazad-Dums sie nervös, sodass sie zwischen Morneths Beine huschte, die sich gerade auf einen Angriff auf einen Ork-Vorposten vorbereitete. Vor Schreck stolperte Morneth und stürzte über den geländerlosen Rand des Steges in die Tiefe. Glücklicherweise fiel sie nicht sehr tief, doch die dabei zugezogene Verletzung behinderte sie noch lange Zeit danach.

Nachdem sich die Gruppe nach diesem Vorfall neu sortiert hatte (und die Lachtränen aus den Augen gewischt waren), ging der Vormarsch wie geplant vonstatten, und die Orks hatten der geballten Erfahrung und der Kampfkraft der Gefährten nicht biel entgegen zu setzen. Die Stimmung unter unseren Freunden war sehr gut, sodass sich selbst Paldur, der sonst so strenge Hauptmann, dazu berufen fühlte, seine Trommelkünste vorzuführen, was ihm begeisterten Applaus (und die Flucht einiger versteckter Bilwisse) einbrachte.

Nach den vorher ausgearbeiteten Plänen des verantwortlichen Zwergen-Kommandeurs wurden weitere Außenposten und Lager angegriffen und zerstört, die überlebenden Orks wurden immer weiter vor der Gruppe hergetrieben, bis sie bei einem Warg-Gehege die Möglichkeit nutzten, endgültig zu fliehen, nachdem die Warge die Gruppe eine Zeit lang aufhalten konnten. Ein Warg-Reiter tat sich durch seine Giftmischerkünste besonders hervor und hielt Llahry, die sich mit dem Beseitigen von Giften besonders gut auskannte, minutenlang in Atem. Dadurch entlastet schaffte es Skalt mit bewunderswerter Ruhe, die Gruppe zu motivieren und kleine Wunden zu heilen und ermöglichte so den letztendlichen Sieg gegen die Bestien dieses Lagers.

Weiter und weiter drangen die mutigen Helden vor, immer aufmerksam auf die Wege achtend, die nur allzu oft gefährlich nah an unermesslich tiefen Abgründen entlang führten. Weder feindliche Hinterhalte noch von Bogenschützen besetzte Brücken vermochten sie aufzuhalten, bis sie sich endlich dem Ziel ihres Vorstoßes näherten und den Orkfürsten Igash samt seiner Leibwache stellen konnte. Bjorngimm entwickelte sich inmitten der Gegner zu einem wahren Klingensturm und mähte die fünf überraschten Ork-Offiziere mit der Unterstützung von Nonan und Llahry rasch nieder, sodass den Tapferen nur noch Igash gegenüberstand. Trotz seiner wüsten Drohungen und düsteren Flüche hatte er aber letzten Endes keine Chance, gegen unsere Freunde zu bestehen - ebenso wenig wie eine weitere dieser riesigen Schildkröten, die den Gefährten auf ihrem Rückweg vor die Schwerter lief.

In diesen Angriffen wurde viel Beute gemacht: Morneth konnte sich einen schönen Schild sichern, so manche interessante Waffe wurde gefunden, und bestimmt haben einige Beteiligte auch ein Andenken mitgenommen, das sie in ihren Häusern aufstellen. Zudem wurden die Kämofer von den Zwergen reichlich entlohnt, sodass die gute Stimmung auch nach der Rückkehr anhielt und sich in einem kleinen Festessen niederschlug, das die Zwerge zu Ehren der Befreier der Großen Treppe veranstaltet hatten.

 

 

postheadericon 21.4.2011: Unverhofftes Glück

Liebes Tagebuch,

endlich habe ich Dich wieder gefunden. Bei unserem überhasteten Aufbruch habe ich Dich doch tatsächlich in eine Kiste mit Möhren gesteckt und Dich dann vergessen.... und nun muss ich eine lange, lange Zeit in ein paar Zeilen zusammenfassen.

Eigentlich ist gar nicht sooo viel passiert, zumindest gab es nicht die üblichen Gefechte mit Orks, rollen oder Schlimmerem.. aber fangen wir von vorne an.

Nachdem Tikks und ich nach unserem letzten Abenteuer nach Hause zurückkehrten, erwartete uns ein Brief, der unter der Haustür durchgeschoben worden war. Darin wurden wir zu einer öffentlichen Anhörung ins Groß-Smials nach Buckelstadt bestellt - den genauen Grund konnten wir dem Schreiben nicht entehmen. Zum Glück war das Treffen erst am Tag darauf, wir sind also gerade noch rechtzeitig nach Hause zurückgekehrt.
Die Auenland-Ordnung nimmt keine Rücksicht auf herumstromernde Hobbits, kaum einer verlässt ja je das Heimatland, deswegen wird ein Nicht-Erscheinen zu einer solchen Anhörung als grobe Beleidigung aufgefasst und entsprechend geahndet.

Am nächsten Morgen machten wir uns also auf den Weg nach Buckelstadt, wo man uns schon erwartete: Thain Paladin und Isembard Tuk sowie einige weitere ehrwürdige Hobbits und - als ob wir es uns nicht hätten denken können - ein guter Teil des Sackheim-Beutlin-Clans. Noch bevor wir überhaupt erfuhren, worum es überhaupt ging, wurde mit der Anhörung begonnen, und das Wort erhielt der Beschwerdeführer - in diesem Fall Lobelia Sackheim-Beutlin.
Sie brachte Ihre Beschwerde in ihrem üblichen Ton vor und bezichtigte uns, den Brunnen an unserem Haus tiefer gegraben zu haben als erlaubt war. Völlig perplex, da wir nie über die Tiefe eines Brunnens nachgedacht hatten, konnten wir zu dieser Beschwerde nicht viel sagen, und leider auch keine Gegenargumente oder Begründungen vorbringen. Und wärend wir uns noch wunderten, was dieses ganze Theater soll, holte Lobelia zu ihrem schwersten Sclag aus: Sie habe sich schon des Öfteren bei uns beschwert, wie die anwesenden Sackheim-Beutlins bezeugen konnten, und da wir sie immer nur verhöhnt und uns nicht um ihre völlig rechtmäßigen Beschwerden reagiert hatten, habe sie den Fall vor den Thain bringen müssen.
Unsere Beteuerungen, dass wir Lobelia nie auch nur in der Nähe unseres Hauses erblickt hatten, wurden aufgrund der erdrückenden Anzahl von "Zeugenaussagen" - zum Bedauern aller nicht-Sackheim-Beutlins, denen das Verhalten dieser Sippschaft schon immer unangenehm war - zurückgewiesen.

Und dann endlich kam Lobelia zum eigentlichen Kern der Sache: Aufgrund unseres "mutwillig boshaften Verhaltens" und unserer Uneinsichtigkeit forderte sie, dass das Eigentum an unserem Haus an sie als Beschwerdeführerin übergeben würde. Alle Anwesenden schnappten nach Luft und wollten diese Forderung sofort ablehnen, doch Lobelia spielte ihren letzten Trumpf aus: Ein Vetter von ihr hätte bei seinem Dienst in Groß-Smials eine alte Schriftrolle gefunden, in der ein ähnlicher Fall verhandelt wurde - und in dem der Kläger tatsächlich das Eigentum des Beklagten zugesprochen wurde.
Nicht nur uns kam das komisch vor, und so verfügte sich die gesamte Versammlung in die Bibliothek, in der der rein zufällig anwesende Vetter Lobelias uns promp zu einer brüchigen, ausgebleichten Schriftrolle führte. Die Schriftrolle wurde vorsichtig auf einem Lesepult geöffnet und behutsam fixiert, und jeder Anwesende konnte den Inhalt in Augenschein nehmen, der tatsächlich das besagte, was Lobelia schon in der Ratskammer behauptet hatte.

Völlig ratlos berieten sich die Richter, vertagten dann aber die Anhörung auf den nächsten Tag, um sich eingehender mit der Problematik zu befassen und zu einem Ratsschluss zu kommen. Dieser Aufschub kam uns sehr gelegen, da wir total überrascht waren und uns ob dieser Ansammlung dreister Lügen nur allzu machtlos fühlten.
Dennoch, die Zeit verrann zu schnell, wir fanden keinen Ausweg, und so begaben wir uns - ebenso ohnmächtig wie tags zuvor - am nächsten Tag erneut nach Buckelstadt.

Wir traten vor die Versammlung und nahmen unseren Platz gegenüber Lobelia ein. Alle offiziellen Vertreter wirkten sehr ernst, doch es entging Tikks (die die besseren Augen von uns beiden hat) nicht, dass Isembard ihr verschwörerisch zuzwinkerte. So sahen wir dem Kommenden etwas gelassener ins Auge und vernahmen den Beschluss der Anhörung: Lobelias Beschwerde wurde akzeptiert, und unsere fehlenden Begrüdungen wurden registriert. Der Inhalt der alten Schriftrolle wurde als echt und wahr anerkannt, und so wurde unser Haus offiziell Lobelia Sackheim-Beutlin zugesprochen. Ein zufriedenes Gemurmel ging durch die Reihen von Lobelias Sippe, doch der Thain sprach weiter: Der Rat tat sich sehr schwer mit diesem Urteil, doch er könne die Alte Ordnung nicht aufheben. Doch um unseren allzu plötzlichen und existenzbedrohenden Verlust zu mildern, habe sich der Rat zusammengetan und ein altes und verlassenes, aber großzügig bemessenes Smial für einen günstigen Preis erstanden.
Dieses Smial solle instand gesetzt werden und würde dann uns geschenkt werden.

Dieses Urteil, so hart es im ersten Moment für uns war, erwies sich jedoch im Nachhinein als großer Glücksfall, denn nachdem wir schweren Herzens unsere Habseligkeiten eingepackt und in die neue (mittlerweile instand gesetzte) Behausung gebracht hatten, inspizierten wir unser neues und, ich muss es sagen, sehr heimleiges und angenehmes Zuhause sehr gründlich und fanden in einer weit hinten liegenden Speisekammer, die von den Handwerkern wohl übersehen wurde, unter einem alten, fadenscheinigen Teppich eine kleine Falltür. Da Smials für gewöhnlich nur ebenerdig sind und keinen wirklichen Keller besitzen, waren wir sehr verwundert und schafften es nach einigen Versuchen mit einem von Tikks' widerstandfähigen Dolchen, die alte Falltür zu lockern. Und unsere neugier wurde belohnt: Als wir die Tür anhoben, kam ein kleiner Haufen Goldmünzen und einige andere glänzende Sachen zum Vorschein!
Völlig ausser uns vor Freude sammelten wir rasch den kleinen Schatz ein und betrachteten ihn in einem helleren Raum. Unsere Beute war wahrlich fürstlich: Nicht weniger als fünfzig Goldmünzen, ein alter, aber dennoch scharfer Dolch und ein ziemlich verbeulter, aber schön verzierter Helm haten wir aus dem kleinen Versteck geborgen!

So viel Geld hatten Tikks und ich zusammen nie besessen, und auch an Helm und Dolch musste wohl etwas Besonderes sein, wenn diese Sachen so gut versteckt wurden. Wir beschlossen, den Fund erstmal für uns zu behalten, das Geld wohl zu verwahren und bei nächster Gelegenheit Erkundigungen über Helm und Dolch einzuholen.

Solcherart mit unserem Schicksal versöht begannen wir, uns in unserem "neuen" Smial häuslich einzurichten und es uns dort schön gemütlich zu machen. Dabei fanden wir heraus, dass dieses Smial durch einen  Stollen mit einem anderen Smial verbunden war, das auf der anderen Seite des Hügels lag und ebenso verlassen war.
Wir fanden heraus, dass es einem Brandybock gehörte, der jedoch nicht vorhatte, diese Behausung je wieder zu nutzen, und erstanden auch dieses Häuschen zu einem sehr günstigen Preis...

...und so sind nun Tikks und ich stolze Besitzer von zwei schönen, behaglichen Smials und lachen uns ins Fäustchen, jedes mal, wenn wir einen Sackheim-Beutlin sehen.

Ach, und übrigens glauben wir, herausgefunden zu haben, warum Lobelia hinter unserem Haus her war: Wir vermuten nämlich, dass die Sackheim-Beutlins alle abenteuerlustigen Hobbits aufs Korn nehmen und versuchen, deren Smials in die Hände zu bekommen. Anscheinend sind sie besessen von der Hoffnung, dort vergrabene Schatzkisten zu finden.

Nun, wie wir wissen, gibt es solche Kisten tatsächlich......

 

postheadericon 20.2.2011: Im Schatten des Siegels

Der Schrecken ist vorbei! Wir waren tief in den Fundamenten dieser Welt, wir haben das Grauen gesehen, und wir haben - mehr oder weniger unbeschadet - überlebt!

Dies ist der zweite Teil meines Berichts über die Erlebnisse in Nordost-Angmar. Vieles ist passiert, und da ich unterwegs keine Zeit zum Schreiben fand, muss ich das jetzt nachholen - endlich wieder in meinen eigenen vier Wänden, mit frischer Luft in den Lungen und außer Gefahr, jederzeit von irgendwelchen Abscheulichkeiten angegriffen zu werden. Ich hoffe, ich bekomme die ganze unglaubliche Geschichte noch richtig zusammen und vergesse oder übersehe nicht allzu viel... nunja, mal sehen....

Unsere Ruhepause im verborgenen Schlupfwinkel der Eldgang dauerte länger als wir geplant hatten; einige Gefährten waren auch nach einer albtraumgeplagten Nachtruhe nicht in der Verfassung, unseren beschwerlichen Weg fortzusetzen, doch als wir gerade darüber berieten, ob wir unsere Mission nicht doch lieber abbrechen sollten, brachte die Eldgang unerwartete Verstärkung: Ein paar weitere unserer Freunde wurden uns von Herrn Glorfindel nachgeschickt und liefen hier in den Kerkern den rothäutigen Riesen in die Hände. Letztere hatten mittlerweile gelernt, zwischen uns und den restlichen Bewohnern dieses unterirdischen Reiches zu unterscheiden (was ja so schwierig nicht war!) und brachten Elanoris, Rhallan und Shinjuku direkt zu uns. Dadurch wurde uns die Entscheidung sehr leicht gemacht, und so übergaben wir unsere kampfunfähigen Kameraden Theophanus, Dunwic, Malchion und Naleria in die Obhut des Riesenstammes und ließen uns von einem Kundschafter zurück auf unseren Weg bringen.

Vor uns lag ein großer, runder Bau, der ebenso verlassen wie bedrohlich wirkte. Da er auf einem schmalen, felsigen Streifen zwischen zwei riesigen Becken geschmolzenem Steins stand, mussten wir dieses Gebäude wohl oder übel durchqueren. Wir fassten uns ein Herz und betraten den monströsen Turm vorsichtig durch sein Eingangsportal.
Schon bald mussten wir feststellen, dass die Räume im Inneren zwar ebenfalls bedrohlich, aber auf keinen Fall verlassen wirkten. Immer wieder stießen wir auf Gruppen von Orks und mussten so manchen dichtbevölkerten Raum umgehen, bis wir endlich in einen stillerein Bereich kamen, in dem die Orks ebenso spärlich waren wie die Fackeln an den Wänden. Doch hielt diese Ruhe nicht lange: Nach einigen Minuten betraten wir einen Raum, durch den eine Wand aus Metallstäben lief. Von Natur aus neugierig wollte ich wissen, was auf der anderen Seite des Gitters eingesperrt war, und trat näher an die armdicken Stangen heran. Doch, o Schreck, das blieb von den Wesen hinter der Käfigwand nicht unbemerkt. Sie sprangen auf, spähten zu uns herüber, und begannen, uns in der Art der Orks zu drohen und zu verhöhnen. Offensichtlich waren sie aber keine Orks, und offensichtlich standen sie uns im Weg, denn durch ein halb offenes Tor hinter den beiden sahen wir einen großen, offenen Platz, der ausserhalb des Baus liegen musste. Nach kurzer Beratung, immer wieder gestört durch die Beleidigungen von Schattenfresser und Steibeißer (wie sich die beiden nannten), beschlossen wir, die beiden zum Schweigen zu bringen und danach diesen Ausgang zu nutzen.

Die in die Gitterwand eingelassene Tür ließ sich von unserer Seite leicht öffnen, und so traten wir den beiden entgegen und besiegten sie nach längerem und hartem Kampf. Wir stiegen über ihre toten Körper hinweg, traten durch das Tor...

...und fanden uns in einer gigantischen Arena wieder, deren Grund zu einem großen Teil aus geschmolzenem Stein bestand. Uns gegenüber stand einer der rothäutigen Riesen, auf den ein seltsames Wesen einredete. Es war nicht viel kleiner als er, hatte jedoch seltsame Bocksbeine und eine stachelbesetzte, fahle Haut, die leider nur sehr unzureichend von blauem Stoff bedeckt war. Anscheinend versuchte dieses Wesen gerade, den Riesen davon zu überzeugen, dass wir seine Feinde wären, denn es deutete immer wieder auf uns und machte drohende Gesten.
Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis der Riese (Eimyr hieß er, wie wir später erfuhren) drohend auf uns zukam. Bamgler stellte sich ihm in den Weg, aber noch bevor wir in den Kampf eingreifen konnten, wurden wir von einem guten Dutzend Orks angegriffen, die hinter uns in die Arena gestürmt kamen. Mit größter Mühe konnten wir uns dieser Scheusale erwehren, und der Kampf war wegen des heißen Felsens und der Feuertümpel sehr gefährlich. Und während wir mit den Orks rangen, hielt Bamgler weiterhin Eimyr auf und erklärte ihm, dass wir Freunde seines Stammes seien, während er immer wieder den herabsausenden Schlägen auswich.

Irgendwann hatten wir auch den letzten Ork erschlagen, und Bamglers Taktik hatte, zusammen mit der Vernichtung der Orks, endlich Erfolg. Eimyrs Schläge wurden immer langsamer, bis sie schließlich ganz  ausblieben. Verwirrt betrachtete er uns, und wir wollten ihm gerade von unseren Erfahrungen mit der Eldgang erzählen, als er sich plötzlich mit den Worten "Der Allsehende hat uns angelogen!" umwandte und aus der Arena stürmte.

Verdutzt blieben wir zurück und rätselten, was das zu bedeuten habe, doch es verging nicht viel Zeit, bis sich hinter uns ein lautes Gebrüll erhob und weitere Orks sowie ein sehr großer und sehr bösartig aussehnder Troll auf den Treppen über uns auftauchten. Die Orks griffen uns sofort an, während der Troll zunächst abwartete, doch als er sah, dass wir seine Leute trotz deren enormen Heilkünsten nach und nach vernichteten, sprang er selbst in die Arena und griff uns mit seinem schartigen Schwert an.
Bamgler stellte sich ihm sofort in den Weg und schaffte es, die Aufmerksamkeit des Neuankömmlings auf sich zu richten, doch hatten wir zusätzlich das Pech, dass nun überall in der Arena kleine Vulkane ausbrachen, vor denen wir uns sehr in Acht nehmen mussten.
Der Kampf wogte lange hin und her, der Gegner, der sich Thrang nannte, kämpfte ausgezeichnet und schaffte es langsam, uns zurückzudrüngen - doch da hatte die Elbenhüterin Shinjuku eine ausgezeichnete Idee: Sie rief Bamgler zu, Thrang unauffällig zu einem der ausbrechenden Feuerhügel zu leiten - und tatsächlich, als ihm das kochende Gestein auf den Rücken fiel, konnten wir ihn endlich besiegen.

Erleichtert und erschöpft setzten wir uns auf die Stufen ausserhalb der Reichweite der Minivulkane und erholten uns von dem anstrengenden Kampf, als sich auf der anderen Seite des Kampfplatzes die Tore öffneten, durch die Eimyr berschwunden war, und er selbst mit einigen seiner Brüder auftauchten. Er betrachtete die Leiche Thrangs und äußerte dann seine Verwunderung darüber, dass wir "Winzlinge" über ihn tiumphieren konnten, doch dann wechselte er das Thema und erklärte uns, dass der Alssehende - die Kreatur, die wir bei unserem Eintritt in die Arena mit ihm sprechen sahen - die Eldgang anscheinend seit Jahrhunderten belogen und missbraucht hat, um seinen eigenen bösen Zwecken zu dienen. Die Eldgang habe noch nicht herausgefunden, was genau die Ziele dieses Scheusals waren, aber sie hätten mit Sicherheit etwas mit einem Kerkerbereich nicht weit von hier zu tun.
Die Riesen baten uns, dort Nachforschungen anzustellen und wenn möglich diesen Allsehenden und seine Pläne zu vernichten, und da unser Weg sowieso in diese Richtung führte, willigten wir ein.

Nach einer kurzen Verschnaufpause verließen wir die Arena und den riesigen, runden Bau und überquerten weitere Feuerbecken mit Hilfe einer hohen Brücke, die uns einen ausgezeichneten Blick auf unsere spektakulääre, wenn auch nicht schöne Umgebung bot. Die Brücke endete an einem Tor in einer Felswand, das halb offen stand und uns Einlass in einen Gang gewährte, der seitlich von herablaufendem, glühenden Gestein eingefasst wurde. Am Ende des Ganges erwartete uns eine Überraschung: Dort stand eine Elbin, schön und ernst, wie es ihrer Rasse entspricht, und hieß uns willkommen. Sie bat uns, kurz zu verweilen und ihr den Zweck unseres Hierseins zu erklären, und nachdem wir ihr von den Sorgen Glorfindels, des Elbenhauptmanns in den Ruinen hoch über uns und der Eldgang erzählten, verdüsterte sich ihr Blick, und sie begann zu berichten.
Vor langer Zeit, als die Welt noch jung und der Kampf zwischen Gut uns Böse gerade entfacht war, wanderte Glathlírel durch die Lande, auf der Suche nach bösen Möchten, um den Gegner immer wieder zu sprechen. Und es geschah, dass sie in ein Land kam, in dem ein Balrog Tod und Verwüstung sähte. Sie suchte und fand ihn, und nach langem Kampf konnte sie ihn bezwingen. Doch tötete sie ihn nicht, sondern hielt ihn gefangen, bis er am Ende aller Tage gerichtete werde.
Jahrtausende vergingen, und der Balrog fiel in einen tiefen Schlummer. Dennoch entsagte Glathlírel dem Leben an der Oberfläche und blieb hier auf ihrem Posten. Doch nun schien es, als ob eine andere Macht versuchen würde, Thaurlach zu befreien - und dies musste unter allen Umständen verhindert werden.

Sie bat uns, sie im Kampf zu unterstützen und diesen Schatten ein für alle mal von dieser Welt zu bannen - und obwohl uns alle größtes Grauen befiel, als wir erhfuhren, dass hinter den nächsten Toren eins der schrecklichsten Geschöpfe hauste, das die Welt je gekannt hatte, konnten wir es doch nicht übers Herz bringen, die Elbin in ihren sicheren Tod laufen zu lassen - zumal uns diese einen Plan erklärte, wie wir es tatsächlich schaffen konnten, eine solche Nemesis zu vernichten, wo es doch tausenden von Zwergen nicht gelungen war, Khazad-Dum gegen einen anderen Balrog zu verteidigen.

Und so brach die Wächterin das letzte Siegel und betrat mit uns die wohl gefährlichste Halle in der bekannten Welt.

Wir begannen sofort, den Plan auszuführen und beschützten Glathlírel, während sie die vergifteten Wassergräben reinigte, die den Balrog umgaben. Immer wieder wurden wir dabei von Kreaturen der Tiefe gestört, doch konnten uns diese nicht aufhalten. Doch als sich die Wächterin dem Erzbösen nähern wollte, um ihm raschen Tod zu bringen, rissen plötzlich die Ketten des Gefangenen, und wir sahen uns einer entfesselten Naturgewalt gegenüber, die unseren Mut sinken ließ. Das Gelächter des Allsehenden, der in diesem Moment auf der anderen Seite der Halle erschien und uns verspottete, ließen den Verdacht, die Ktten seien nicht zufällig gerissen, zur Gewissheit werden, und nachdem Glathlírel uns Mut machte und prophezeite, dass die Tage des Thaurlachs gezählt waren, nahmen wir den Kampf auf:
Während Bamgler sich mit dem riesigen Balrog anlegte und dessen Aufmerksamkeit auf sich lenkte, umgingen wir die beiden schnell und leise und stürzten uns auf den Allsehenden. Der Kampf war heftig, aber kurz, denn obwohl sich dieses Scheusal immer wieder heilen wollte, konnte ich diese Versuche doch jedes mal vereiteln.

Nachdem wir diesem Unhold den Garaus gemacht hatten, eilten wir Bamgler zu Hilfe, und gemeinsam schafften wir es tatsächlich, die Kreatur nach einem sehr langen, sehr blutigen Kampf, bei dem es uns mit seinem flammenden Schwert und seinen Ketten übel zusetzte, soweit zu schwächen, dass Glathlírel ihn in die ewige Verdammnis schicken konnte.

Wir konnten es kaum fassen: Da lag der Schrecken aller Schrecken vor uns, in seinem Tod noch immer Grauen und Verderbtheit ausstrahlend - und WIR hatten ihn bezwungen! Dieser Unhold würde die Welt nicht mehr heimsuchen!

Wir hatten die Aufgabe Glorfindels vollbracht und wohl viele Leben gerettet, doch bevor wir an die Oberfläche zurückkehrten, hatte Elanoris noch den Wunsch, eine besondere Trophäe mitzunehmen, als ständiger Erinnerung unseres Sieges, aber auch als Mahnmal für die Macht des Bösen. Da die Haut des toten Balrog so gut wie undurchdringlich und zu dem sehr giftig war, beschloss die Elbin, sich das (nun erloschene) Flammenschwert des Ungeheuers anzueignen - doch wie befördert man eine 20 Fuß lange und bestimmt tausend Pfund schwere Klinge? Zuerst grübelten wir, dann wollten wir Elanoris die Idee ausreden, doch sie bestand darauf, und zu ihrem Glück tauchten ein paar Stammesmitglieder der Eldgang auf, die (für ihre Verhältnisse) überglücklich waren und uns ihren Dank demonstrierten, indem sie die Klinge gemeinsam aufhoben und für uns bis zur Oberfläche trugen.
Vorher jedoch verabschiedeten wir uns noch von Glathlírel, die uns ebenfalls aus tiefstem Herzen dankte und hier noch einige Sachen in Ordnung bringen wollte. Wir ließen sieschweren Herzens zurück, wussten aber, dass niemand einen Ort ohne Weiteres aufgeben kann, das einem Jahrtausende als Zuhause diente, und stiegen wirder zurück ans Tageslicht - natürlich erst, nachdem wir unsere Kameraden abgeholt hatten, die bei der Eldgang zurückbleiben mussten.

Unsere Augen hatten Probleme, sich wieder an die Helligkeit zu gewöhnen, und so erkannten wir erst einige Minuten, nach dem wir halb blind aus dem gespaltenen Siegel geklettert waren, dass wir von der sprachlosen Besatzung des Elbenlagers umringt waren. Nur langsam erholten sich die Hüter des Siegels von ihrer Überraschung, und es dauerte noch länger, bsi sie uns glauben wollten - doch als die Eldgang Thaurlachs Klinge ans Tageslicht brachte und sich eilig wieder in ihre dunklen tiefen zurückzog, überschütteten uns die Krieger mit Jubel und Dank.
So wurde sogar Elanoris' Bitte nach einem Pferdewagen samt Zugtiere erfüllt, die sie brauchte, um ihre Trophäe nach Hause zu bringen - allerdings musste der Karren erst gehörig verstärkt werden, um das Gewicht tragen zu können.

Ich für meinen Teil habe das nicht abgewartet, sondern bin nach hause geritten - und ich bin soooooooooo froh, dass ich wieder hier im schönen Auenland bin!

 

postheadericon 19.2.2011: Siegelbruch

Nun liegen wir hier, mein kleines Tagebuch, in einer düsteren, stickigen Höhle, umgeben von diesen seltsamen, rothäutigen Riesen, und erholen uns von den Strapazen und Wunden, und ich schreibe im Schein einer Kerze von unseren heutigen Abenteuern.

Der Tag begann, wie sehr viele Tage in der letzten Zeit, sehr ruhig und friedlich. Langsam wurde sogar das Wetter nach diesem langen, harten Winter wieder angenehm. Doch der Brief, den einige von uns von Herrn Glorfindel erhielten, hätte meinen Verdacht bereits wecken müssen: Die letzten zwei Wochen waren einfach zu ruhig, und wenn ein hoher Elb einem Briefe sendet, ist das meist keine Einladung zum Tee.
Also packte ich mein Tagebuch ein (man kann ja nie wissen, ob ein Elb einem nicht einen Einblick in seine langen Erinnerungen gewährt), und wir (das sind Tikks' Freundin Miranor, Nonan, Paldur, Dunwic, Theophanus und ich von den Bewahrern sowie Melandanor, Malchion, Bamgler, Skalt, Wegolf, Wenrys und Naleria von In Aeternum) machten uns auf den Weg, um uns in Bruchtal mit Herrn Glorfindel zu treffen, der - ohne lange Vorreden - direkt auf den Punkt kam und uns von einem drohenden Angriff des Feindes auf einen geheimen Ort in Angmar erzählte und uns bat, uns schnell zu diesem Ort zu begeben und dort unsere Unterstützung anzubieten. Er nannte uns allerdings den Ort nicht, sondern gab uns nur eine Wegbeschreibung, die uns in den äußersten Nordosten Angmars führte.

Der Wegbeschreibung folgend kämpften wir uns durch dieses finstere, ungastliche Land - zuerst durch Spinnen und Warge, doch schon bald sahen wir mehr und mehr üble Kreaturen: Riesen, Drachen, Trolle, selbst diese unheimlichen, rotgewandeten Geister! Immer häufiger wurden sie, sodass wir immer größere Mühe damit hatten, ihnen auszuweichen, bis uns endlich klar wurde, dass wir uns anscheinend mitten in einem feindlichen Aufmarschlager befanden. Wohl oder übel mussten wir uns mit einigen dieser boshaften und sehr gefährlichen Wesen anlegen, bis wir zu guter Letzt doch noch durch die vordersten feindlichen Linien brachen und diesen geheimnisvollen Ort vor uns liegen sahen, dessen Namen ich auch jetzt noch nicht kenne.

Nach der Durchquerung eines staubigen Tales, in dem ein seltsamer Stein einen Teil des  Bodens bedeckte, und nach einem steilen Aufstieg erreichten wir endlich eine halb verfallene Ruine, die als Lager für eine Gruppe Elben diente. Hier erfuhren wir, dass uns Herr Glorfindel nicht die volle Wahrheit gesagt hatte: Ein feindlicher Angriff stand nicht unmittelbar bevor, und durch das Chaos und die Verluste, die wir auf unserem Weg durch das  feindliche Lager hinterlassen hatten, war ein vielleicht doch geplanter Angriff auf lange Zeit hinausgezögert worden - was wohl ein Teil von Glorfindels Plan gewesen war. Was dieser kleinen Schar der Elben in diesem Lager hoch in den Bergen Ostangmars jedoch wirklich Sorge bereitete waren Vorgänge in einem, wie sie sagten, geheimen Verlies, das sich in dem staubigen Tal unter uns befände: Der Anführer der Elben führte uns an einen Aussichtspunkt auf einer Steilklippe und zeigte wortlos hinunter, wo, wie wir nun erkannten, ein Teil des Tales durch eine riesige, runde Steinfläche bedeckt wurde, das mit seinen Gravuren einstmals gewiss prachtvoll ausgesehen haben muss. Nun jedoch waren die Spuren des Alters unübersehbar, aber am Auffälligsten war ein Sprung, der diese dicke, steinerne Scheibe fast entzwei teilte.
Der Anführer, der uns seinen Namen nicht verraten wollte, erklärte uns, dass diese steinerne Scheibe ein Siegel sei, das vor Urzeiten von den Elben geschaffen worden war, um einige der schlimmsten Kreaturen desjenigen, dessen Name in diesem Teil der Welt besser ungenannt bleibt, für immer zu bannen.
Der Bruch im Siegel aber zeige deutlich, dass dieser Kerker seine Insassen wohl nicht mehr lange halten könmnen würde. Jemand müsse sich dort hinunter begeben und versuchen, die alte Ordnung wiederherzustellen - und uns wurde sehr schnell klar, wer dieser Jemand sein sollte.

Jedoch ließen uns die Elben nicht mit leeren Händen gehen: Sie gaben uns ihren Segen, wünschten uns alles Gute und statteten uns mit zahlreichen Hilfsmitteln aus, die uns im Kampf gegen das Grauen unterstützen sollten und die wir auch gut gebrauchen konnten, wie sich herausstellte. Nach einem kurzen Abschied, bei dem die traurige Stimmung der Elben uns deutlich machte, dass sie wohl nicht wirklich mit unserer Rückkehr rechneten, stiegen wir wieder in das Tal hinab und betraten das Verlies durch den Sprung im steinernen Siegel.


Sehr warm war es dort, und die Luft war verbraucht und schal. Ein ständiges Knistern, Knacken und Dröhnen hing in allen Räumen, und durch die schmutzige Luft und das nur spärlich vorhandene Licht konnten wir unsere Umgebung nur undeutlich wahrnehmen.
Langsam rückten wir durch die unhemlichen Gänge vor, die manchmal Höhlen, manchmal küstlich geschaffene Räume waren, und stießen anfangs nur auf Gruppen bärtiger Menschen, manchmal auch auf einen Troll und seinen Hüter, bis wir eine Halle betraten, in der sich anscheinend zwei Gruppen von Feinden um eine Beute stritten: Einen rothäutigen Riesen, der verwundet vor einem Höhleneingang stand und unbehaglich auf das Ergebnis des Streits wartete.
Natürlich erwarteten wir nicht, in diesen Kerkern auf freundliche Wesen zu stoßen, deshalb beschlossen wir, den Streit von unserer erhöhten Position zu beobachten und unseren Nutzen aus dem Kampf, der sicherlich bevorstand, zu ziehen, doch die unglückliche Nonan hatte sich auf ihrem Posten wohl ein wenig zu weit nach vorn gewagt und rutschte nun polternd und Staub aufwirbelnd zum Boden der Höhle.
Sofort war der Streit der Gegner untereinander vergessen, und alle stürzten sich auf die Elbin, sodass wir wohl oder übel ebenfalls hinunterrutschen und in den Kampf eingreifen mussten.
Nach einem zähen Ringen könnten wir allerdings die Orks, Menschen und Blasslinge besiegen und wandten uns nun dem roten Riesen zu, der allerdings nicht angriff, sondern gemessenen Schrittes auf uns zukam und uns für seine Rettung dankte. In seinem furchtbaren Dialekt erzählte er uns, dass er Asmolf heiße und uns nichts Böses wolle. Er gehöre zu einem Stamm von Riesen, der sich die Eldgang nannte und der hier unten Zuflucht vor den dunklen Truppen Angmars gesucht hatte.
Wir waren sehr überrascht, dass es in diesem verfluchten Kerker Wesen gab, die nicht die Farben des Feindes trugen, und boten dem Stamm unsere Hilfe an. Der Riese zögerte erst, erzählte uns dann aber von zwei furchterregenden Trollen namens Barz und Zurm, die die oberen Teile des Verlieses beherrschten und die der Eldgang immer wieder ernste Schwierigkeiten bereiteten.
Da wir uns hier unten nicht ausnkannten und froh um jede Hilfe waren und zudem ein wenig mehr von seltsamen Ort sehen wollten, versprachen wir ihm, uns um diese Probleme zu kümmern, und er erzählte uns, wo wir die beiden Trolle finden konnten.
Zu diesen Orten zu gelangen war nicht schwierig - kein Gegner überlebte lange gegen die geballte Macht der unter unseren Bannern versammelten Menschen, Elben und Zwerge (ich war der einzige Hobbit), und so standen wir schon bald Barz gegenüber, der eine große Herausforderung war, denn immer wieder griffen seine Gefolgsleute in den Kampf ein. Dennoch hatte er letztlich keine Chance, und nachdem alle Gifte entfernt und Wunden versorgt waren, machten wir uns auf den Weg zu Zurm. Auch dieser Trollhäuptling stemmte sich mit allen Kräften gegen seinen Untergang, doch half es auch ihm nichts. Binnen kurzer Zeit war seine Halle gesäubert und sein Hort unter uns aufgeteilt.
Leicht angeschlagen und ermüdet kehrten wir zu Asmolf zurück und berichteten ihm vom Tod der beiden Trolle. Er ging, um unsere Geschichte zu überprüfen, zeigte uns aber vorher den Weg zum geheimen Lager seines Stammes. Dort angekommen warteten wir unter den mistrauischen Augen Hyrrokkins und Tortryggs, zweier seiner Stammesbrüder, auf Asmolfs Rückkehr und wollten gerade die Wartezeit nutzen, um uns ein wenig zu erholen, als plötzlich ein Trupp hässlicher Orks in den Saal stürmte und die Riesen angriff. Unsere Hauptleute Paldur und Wenrys sprangen sofort auf und führten uns in den Kampf, der sehr heftig, aber nur kurz war.
Nach dem der letzte Ork gefallen war und wieder Ruhe einkehrte, merkten wir, dass unser Eingreifen wohl gar nicht nötig gewesen wäre: Die meisten Orks waren unter den großen Keulen der Riesen oder zwischen deren Fäusten zerquetscht wurden, anscheinend gab es solche Angriffe häufiger. Doch unser mutiges Eingrefen und Asmolfs Rückkehr überzeugten die Eldgang restlos von unserer Loyalität, und so gestatteten sie uns eine kleine Verschnaufpause in ihrem Lager.

Als wir dann wieder aufbrechen mussten, gaben uns die Riesen zweierlei mit auf den Weg: Vorräte und Informationen. Beide Gaben sollten sich schon bald als nützlich erweisen: Nachdem wir einige Zeit lang einem sich windenden Stollen gefolgt waren, erreichten wir das Reich eines weiteren Trollfürsten. Die Orks hier hatten gelernt, Würmer zu zähmen, sodass wir es nicht nur mit schartigen Messern und rostigen Schwertern zu tun bekamen, sondern auch mit Feueratem und peitschenden Wurmschwänzen. Wie wir aber herausfanden, ließen sich die Würmer für kurze Zeit von den Pilzen ablenken, die uns die Riesen als Proviant mitgegeben hatten und die wir für so ungenießbar hielten, dass wir sie nach der ersten Schlacht wegwarfen. So konnten wir uns langsam, aber stetig durch die Hallen von Fruz kämpfen, bis wir ihm endlich selbst gegenüber standen: Der Kampf war hart, zumal auch ihm immer wieder seine Krieger zu Hilfe kamen, aber nach unseren Erfahrungen mit Barz uns Zurm konnte auch ein gepanzerter Troll uns nicht lange widerstehen.
Nachdem die Beute aufgeteilt war, stießen wir tiefer in die Verliese vor, und langsam besserten sich auch die Lichtverhältnisse, was, wie wir später herausfanden, an ganzen Strömen glühenden Gesteins lag, die nun immer häufiger auftraten.
Noch hatten wir Fruz' Reich nicht verlassen, und obwohl (oder gerade weil?) ihr Anführer tot war, leisteten die Orks heftigen Widerstand, besonders in einer Gegend, den die Eldgang Unter-Noruidor nannte. Hier wimmelte es von Orks, Würmern und Drachen, und wir hatten das Pech, auch noch in die Bruthöhle der Lindwürmer zu stolpern und uns zwei sehr großen Exemplaren stellen zu müssen. Da die Höhle allerdings nicht sehr hoch war, mussten die Drachen am Boden gegen uns kämpfen, und so konnten wir sie schnell überwältigen. Fliegende Drachen zu töten überlasse ich doch lieber Leuten aus Thal.
Kurz, bevor wir endlich diesen Bereich verlassen konnten, stellte sich uns aber noch ein Ork-Hauptmann namens Zogtark entgegen. Ich bin mir nicht sicher, was er sich dabei dachte: Ganz alleine stellte er sich vor uns auf, verhöhnte und drohte uns und griff dann - ebenso alleine wie zu Beginn seiner Tiraden, die wir sehr erstaunt über uns ergehen ließen - an. Misstrauisch sahen wir uns um, erwarteten weitere Ork-Trupps, die uns aus anderen Richtungen auf uns zustürmten, aber Zogtark war tatsächlich alleine. Ich weiss nicht, ob er das in den wenigen Sekunden, die der Kampf dauerte, überhaupt begriffen hatte.


Aber auch, wenn dieser letzte Kampf nicht sehr anstrengend war: Wir waren alle sehr ermüdet, als wir unseren Weg fortsetzten, und die zunehmend schlechte Luft, der Qualm und Gestank brennender Felsen und die vielen bestandenen Scharmützel waren an niemandem spurlos vorübergegangen.
So zogen wir, erschöpft, schmutzig und mit vielen größeren und kleineren Blessuren überzogen, weiter und kamen nach kurzer Zeit in eine große, furchtbare Halle: Ihr Boden war fast komplett mit geschmolzenem Stein bedeckt, nur wenige Wege und Stege führten uns weiter, und immer wieder brach glühendes Gestein und Feuer aus dem Boden und erschwerte die Kämpfe mit den hiesigen Orks. Doch zum Glück fanden wir schnell einen Weg zum anderen Ende dieses Glutsumpfs. Zu unserem Pech war der Ausgang allerdings bewacht von einem Orkhauptmann und seinem Trupp.
Dieser Kampf raubte uns die letzten Kräfte, und nachdem wir zuerst die gegnerischen Heiler und dann den Hauptmann ausgeschaltet hatten, beschlossen wir, den Kampf für heute zu beenden.
Von der Eldgang wussten wir, dass weitere Gefahren vor uns lagen, und so zogen wir uns in ein kleines, gut bewachtes Lager des Riesenstammes zurück, um dort unsere Ruhe zu finden.

Und so schließe ich den heutigen Eintrag... die Feder wird in der Hand mir schwer, aber die Müdigkeit lässt die Furcht vor dem morgigen Muskelkater verblassen.
Gute Nacht, meine tapferen Gefährten, gute Nacht, kleines Tagbuch!